Kalter Winter mit Heizöl
Der Bayerische Rundfunk begleitete einen Heizöllieferanten auf Tour im Landkreis Fürth. Natürlich wird alles Erlebte auch kommentiert und bewertet. Um es kurz zusammenzufassen: Die Preise kennen nur eine Richtung – und zwar nach oben. Besonders benachteiligt sind dabei die Besitzer älterer Häuser mit schlechterer Dämmung. Und gratis gibt es noch den klugen Rat: Wer glaubt, mit den Vorräten nicht über den Winter zu kommen, solle jetzt kaufen – sonst wird es später noch teurer. Wer glaube, durchzukommen, der kaufe lieber nicht. Da fühlt man sich an das Sprichwort erinnert: Wer den Schaden hat, …
Doch warum ist das überhaupt so, wieso gehen die Preise durch die Decke? Nun, im Wesentlichen lässt sich diese Entwicklung auf zwei Ursachen herunterbrechen – den Irankrieg sowie die politisch motivierte Verweigerung günstiger russischer Energie. Noch kürzer lässt es sich auf einen Nenner bringen – Imperialismus. Die westliche Welt versucht, ihren realen oder auch nur potenziellen Rivalen zu schaden; in Europa geht es gegen Russland, im Weltmaßstab gegen China.
Längst ist deutlich geworden: Die westlichen Sanktionen gegen Russland haben keinerlei Auswirkungen auf die russische Volkswirtschaft oder die Kriegslage. Russland hat Unmengen an Energie – und es gibt massenhaft Länder, die diese günstig abzunehmen bereit sind. Für Russland ändern sich damit letztlich nur die Abnehmer; für uns hier hingegen (und hier passt das “uns” mal, denn es betrifft die breiten Massen der Werktätigen) fällt eine günstige Energiequelle weg.
Und im Iran geht es wieder mal nicht um die vorgeschobenen Gründe Freiheit, Demokratie und Atomwaffen, sondern vor allem strategisch gegen China. Komischerweise war das ja auch bei Venezuela der Fall, wo die USA natürlich nur wegen angeblichen Drogenschmuggels zugeschlagen haben. Interessant ist auch, dass Regimes in Südamerika, die tatsächlich ins Drogengeschäft verstrickt sind, nichts zu befürchten haben. Vermutlich, weil sie brave Schoßhunde Washingtons sind wie Honduras oder die neue Administration in Kolumbien. Am Ende freuen sich die Geopolitiker (zumindest bis deutlich wird, dass ihre Strategie gescheitert ist), es freuen sich die Energiekonzerne – und wie immer leidet der normale Werktätige.
Und es bilde sich auch niemand ein, die Preise würden sinken, sobald die konkreten Konflikte beendet sein sollten. Die Konzerne haben Blut gerochen, sie merken, dass sie damit durchkommen – und der Markt wird da nichts regeln, jedenfalls nicht zu unseren Gunsten. Die Ölkonzerne haben allein in dieser aktuellen Krise satte sechs Milliarden Extraprofit gemacht. Eine Steuersenkung von 17 Cent pro Liter – bei der nicht die geringste Verpflichtung besteht, sie an den Verbraucher weiterzugeben – ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein, und selbst für diese Einschätzung muss man sehr optimistisch sein. Auch in diesem Fall gilt die alte Zeile aus der Internationale unverändert: “Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun.”
D. S. & Ralph Petroff
