Wohnungen – zerstören statt bauen
Bereits jetzt leiden Millionen Menschen in der gesamten BRD unter unerträglich hohen Lebenshaltungskosten. Einen Großteil davon nehmen die Mietkosten ein (und selbst, wer sich diese leisten kann, verbraucht Strom und Wasser und muss im Winter heizen).
Wohl kein Gebiet des Landes bleibt von dieser Preisentwicklung verschont. Und dass München in dieser Hinsicht nicht nur in Bayern weit vorne zu finden ist, ist kein Wunder. Doch überraschend ist, dass der stärkste Anstieg bei Neuvermietungen in ganz Bayern im Landkreis Bamberg verzeichnet wurde. Auf dem dritten Platz befindet sich die Stadt Fürth, zwar nicht in Unter-, aber doch zumindest in Mittelfranken. Ohne diesen Gebieten zu nahe treten zu wollen – aber das sind nun nicht unbedingt jene Gegenden, die für zahlungskräftige Klientel, ausgesprochene Attraktivität und exzellente Berufschancen stehen. Was lässt sich davon ableiten? Dass längst nicht mehr nur die begehrten Schickeria-Quartiere betroffen sind.
Die bayerische Linke fordert nun, dem mit einem Mietpreisdeckel und mehr sozialem Wohnungsbau zu begegnen. Doch das hat einen Haken – es kostet nämlich. Und wenn uns die Finanzkrise um 2008 oder die Politik spätestens ab 2022 eines gelehrt haben, dann, dass nie Geld für die Bedürfnisse der Menschen da ist. Ich war als Kind mal mit einer Aufsichtsperson unterwegs, die ich für ein paar Mark für eine Fußballzeitschrift geradezu beknien musste: Ich musste quasi versprechen, dass es sich lohnt, weil ich jede Seite auch zweimal lesen werde. Am Nachmittag hat sich diese selbe Person erst mal ein teures Steak angebraten – mit dem Kommentar: “Es gibt halt nichts umsonst …”
An diese Anekdote muss ich bei der Politik der hierzulande herrschenden Klasse oft denken: Für die Menschen und ihre Bedürfnisse (die weitaus grundlegender sind als eine Fußballzeitschrift) ist kein Geld da, hier wird um jeden Cent gefeilscht. Soll das Geld aber denen in den Rachen geworfen werden, die es bereits haben, oder konkret den Rüstungskonzernen? Kein Problem, machen wir! Wie viel darf’s denn sein? Wir halten die Forderungen der Linken für im Grundsatz richtig, im Kapitalismus aber spätestens seit dem Ende des Sozialismus und Europa völlig utopisch. Wir wiederholen uns hier zwar, aber man kann jeden Euro eben nur einmal ausgeben, für Kanonen oder für Butter. Die herrschende Klasse hat die Kanonen gewählt – die Butter (oder eher den Kaviar) bekommen die sowieso.
Deshalb stellen wir keine Forderungen an die Herrschenden, die uns doch sowieso nicht erhören werden. Wir wollen, dass eine Regierung des werktätigen Volkes nicht nur die Wohnungen in Gemeineigentum überführt und das vorhandene Geld endlich für die Bedürfnisse derer einsetzt, die diese Werte erarbeiten. Packen wir’s an!
Ralph Petroff
