Doppelte Standards – Wasser marsch!

Doppelte Standards – Wasser marsch!

 

Der viel beschworene Rekordsommer 2026 hat Spuren hinterlassen – gerade auch in Unterfranken, wo der Wassermangel schon spürbar ist. Nun wird versucht, der Situation irgendwie Herr zu werden – teils durch Aufklärung, teils durch Verbote.

“Am Ortseingang von Bessenbach im Landkreis Aschaffenburg mahnt ein großes Schild: ‘Bitte gehen Sie sparsam mit unserem Trinkwasser um!'”, schildert der Bayerische Rundfunk (BR) in einem Artikel. In einem weiteren stellt der BR dar, wie in München mit der Lage umgegangen wird – mit Verboten. Eine Allgemeinverfügung “untersagt bestimmte Arten der Wassernutzung, etwa das Befüllen von Pools oder Badebecken und das Bewässern von Rasenflächen. Hecken, Zierpflanzen und Beete dürfen nur noch zu bestimmten Uhrzeiten gegossen werden”. Doch in gerade jenem Artikel wird auch eine wichtige Frage gestellt: “Warum sind nur Privathaushalte von der Allgemeinverfügung betroffen?” Noch dazu soll Wasser als Ressource ja mit dem Wassercent teurer werden.

In seiner Gigafactory in Grünheide – mitten in einem Wasserschutzgebiet – hat Tesla im letzten Jahr 304.734 Kubikmeter Wasser verbraucht. Der Verbrauch wurde zwar gegenüber 2024 (456.953 Kubikmeter) gesenkt, ist aber immer noch enorm. Dagegen gab es immer wieder Proteste, aber wie man sieht, hat sich nicht wirklich was geändert. Und das ist ja klar: Wer will sich mit Elon Musk, seinem unermesslichen Vermögen und der sich daraus ergebenen politischen Macht anlegen? Da ist es doch viel einfacher, die Bevölkerung zu drangsalieren. Wie man so treffend sagt: Nach oben buckeln, nach unten treten … (Das merkt man schon am Tempo, mit dem das ganze Projekt durchgezogen wurde. So schnell arbeitet die deutsche Bürokratie höchstens, wenn man dem Kapital gefallen will.)

Und was ist eigentlich mit der Ursache für die Wasserknappheit – dem so heißen Sommer, der ja nun wahrlich nicht der erste dieser Art ist? Gerade das Politikestablishment der Bundesrepublik, das den Klimaschutz wie eine Monstranz vor sich herträgt, hat kein ernsthaftes Interesse daran, etwas zu ändern. Die Wasserpolitik passt da ins Bild: Symbolpolitik, die vielleicht gut aussieht, aber letztlich nichts bringt – außer, der Normalbevölkerung das Leben zu erschweren.

Wie es mit der Klimapolitik wirklich aussieht, stellt der BR in einem weiteren Artikel dar: Die EU muss um jeden Preis wettbewerbsfähig werden. Jeder, der zumindest die letzten 20 Jahre nicht unter einem Stein verbracht hat, weiß, was dieses positiv klingende Adjektiv bedeutet: Profitmaximierung ohne Rücksicht auf Gehälter, Arbeitsrechte oder die Umwelt. Explizit hält der BR das gleich im Einstieg fest: “Die EU will Bürokratie abbauen und so wettbewerbsfähiger werden – auch beim Umweltschutz. Künftig könnten sich Umweltprüfungen für bestimmte Vorhaben beschleunigen.”

Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich es mir zu einfach mache, weil ich mich so oft wiederhole – aber was will man tun, wenn die Umstände dieselben sind? An diesen Beispielen wird wieder einmal deutlich, wo der normale Werktätige steht: Ein Problem tritt auf; und dessen “Lösung” wird dem einfachen Volk aufgelastet (obwohl das bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein ist), während das Kapital nicht angetastet wird (obwohl das wirklich einen Unterschied machen würde). Das kommt eben davon, wenn die Politik lediglich der Kapitalverwertung und der Profitmaximierung der Kapitalisten dient …

Ralph Petroff & D. S.