Verschwendung und Verzögerung – Willkommen in Deutschland

Verschwendung und Verzögerung –

Willkommen in Deutschland

 

Wenn’s darum geht, Millionen oder Milliarden Euro in den Sand zu setzen und dafür zu warten und zu warten und zu warten, macht Deutschland niemand so schnell was vor.

Wir haben alle die Klassiker zu diesem Thema im Kopf: den Berliner Flughafen BER, Stuttgart 21 oder auch die Maut-Träume von Ex-Verkehrsminister Scheuer. Man könnte so weitermachen, Beispiele gibt’s genug, im großen Maßstab wie im kleinen.

Auch regional wird dazu einiges geboten, wie zum Beispiel Straßen, die über zig Jahre hinweg nicht fertig saniert werden und als Dauerbaustelle den Weg blockieren, oder auch das Mainfranken Theater in Würzburg.

Für die Sanierung des Mainfranken Theaters rechnen die Verantwortlichen mittlerweile mit acht Jahren Verzug und (wer hätte wohl damit gerechnet …) zusätzlichen Kosten in Millionenhöhe.

2018 hatten die Arbeiten begonnen. Damals hatte man noch mit Kosten in Höhe von knapp 72 Millionen Euro gerechnet. Schon drei Jahre später waren es plötzlich über 100 Millionen.

Hinzu kommt: Die Verantwortlichen für das Theater und die Architekten haben sich getrennt. Seit dem Frühjahr dieses Jahres geht gar nichts mehr. Die neuen Architekten müssen sich nun erst mit dem Projekt vor Ort vertraut machen. Vor Mitte nächsten Jahres wird nicht erwartet, dass die Arbeiten fortgeführt werden.

Es wird, Stand heute, damit gerecht, dass das Theater etwa 2030 eröffnen kann. Damit hätte sich die tatsächliche Bauzeit verdreifacht. Auch die Kosten, die momentan zu erwarten sind, haben sich weiter erhöht, um das Doppelte. Manche Stellen sprechen von 150 Millionen. Doch Genaueres kann man nicht sagen. Luft nach oben ist ja bekanntlich immer.

Es folgt das Übliche: Auf Anfrage des BR zu den Verzögerungen und zum Kostenanstieg will man seitens der Architekten keine Auskunft geben.

In Würzburg ist unklar, wie die Finanzierung überhaupt noch gestemmt werden soll. Wir wissen ja, die Finanzlage der Kommunen ist ohnehin häufig nicht gerade rosig. Nun hofft man auf Hilfe durch Finanzmittel vom Freistaat. Der hatte VOR der extremen Kostensteigerung Mittel in Höhe von 50 Millionen zugesagt.

Doch das alles sind Kleinigkeiten, wenn man sich das neuste Lieblingsprogramm zur Geldvernichtung anschaut: Die beispiellose und kolossale Aufrüstung. Hier geht es um Summen in Höhe von 1.000 Milliarden, einer Billion, und wer sagt, dass dann Schluss ist?

Aber es ist ja notwendig. Wir wissen, der Russe wartet nur darauf, als Nächstes einen NATO-Staat anzugreifen und sein Territorium zu okkupieren. Wir werden bedroht! So etwas nennt man wohl eine klassische Täter-Opfer-Umkehr.
Russland hat sein Militärbündnis in den 90er-Jahren aufgelöst, und zum Dank hat sich die NATO bis an die Grenzen des russischen Staatsgebietes ausgedehnt. Zig Militärbasen, zahllose Waffen, vor der eigenen Haustür, aber wir sind die Bedrohten?

In Anbetracht der Aufrüstung frage ich mich gerade, ob es sich bei diesen ganzen Straßenbaustellen nicht doch um getarnte Panzersperren handelt. Die Infrastruktur soll ja auch kriegstüchtig werden. Gegen meinen Pkw funktioniert es auf jeden Fall.

D. S.