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Stellenvernichtung bei Conti

Stellenvernichtung bei Conti

 

Continental hat Probleme. Damit reiht sich das Unternehmen ein in den Abstieg der Automobilindustrie in Deutschland. Das dürfte allerdings niemanden wirklich überrascht haben. Man hat hierzulande viel zu lange auf ein Pferd gesetzt, dessen schleichender Niedergang für jeden erkennbar war, der sich die internationalen Entwicklungen angesehen und sie verstanden hat.

Continental hat die gleichen Probleme wie alle anderen Zulieferer der Automobilindustrie. Über die jeweiligen Probleme von Schaeffler, ZF und SKF haben wir schon geschrieben. In unserem kapitalistischen Staat greifen die Konzerne zur beliebten “Lösung” der Produktivkraftvernichtung – besser bekannt als Stellenstreichungen.

Um wie viel Personal geht’s bei Conti?

In der Automotive-Sparte will der Zulieferer bis Ende 2026 weitere 3.000 Stellen streichen. Die Hälfte der Streichungen entfallen auf Deutschland. Treffen wird es hauptsächlich Bayern und Hessen, und der Standort in Nürnberg soll komplett dichtgemacht werden. Continental hatte bereits letztes Jahr angekündigt, 7.000 Stellen zu streichen. Die 3.000 jetzt kommen obendrauf.

Wie bei allen anderen Konzernen liest und hört man dann viel von “sozialverträglichen” beziehungsweise “sozialverantwortlichen” Lösungen. Damit ist gemeint, dass Mitarbeiter beispielweise in Frührente gehen sollen … pardon … dürfen und diese Stellen dann nicht nachbesetzt werden. Wenn allerdings ganze Standorte dichtmachen oder eine große Anzahl an Stellen gestrichen wird, wird das nicht möglich sein.

Zum Glück kommt da die Rüstungsindustrie um die Ecke, welche von Regierung und Medien schon wie der Retter in der Not inszeniert wird. Denn bei Panzern, Bomben und Raketen boomt es, bis es kracht. Die Produktion wird ausgeweitet, vergrößert, hochgefahren. Der deutsche Imperialismus will eine Armee, wie es sie in diesem Land seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben hat. Um all das Mordwerkzeug herzustellen, braucht es viel Personal.

Die Rüstungsindustrie soll nun die gegangenen Arbeitskräfte aus dem Automobilbereich auffangen. Ungeachtet der Frage, ob das moralisch vertretbar wäre: Es ist schlicht nicht möglich. Die Arbeitsplätze, die in der Automobilindustrie zerstört wurden und werden, übersteigen die Kapazitäten der Rüstungsindustrie um ein Vielfaches.

Und nein, die Rüstung noch weiter hochzufahren, ist keine nachhaltige Option für unsere Wirtschaft! Denn all das produzierte Mordwerkzeug ist sinnlos, wenn es nicht auch eingesetzt wird – und in diesem Fall bliebe von unserer Wirtschaft (und überhaupt von uns allen) nicht mehr viel übrig …

D. S.