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IOC-Präsident dankt ab, das System ist froh

IOC-Präsident dankt ab, das System ist froh

 

Zwölf Jahre lang war er Präsident des IOC, des internationalen Olympischen Komitees: Thomas Bach. Und die Bürgerlichen sind froh, dass sie den 71-jährigen Würzburger los sind.

Bachs Karriere ist umfangreich. Er ist Jurist und hat in dieser Funktion für bedeutende Unternehmen und Konzerne als Berater gearbeitet. Die 70er-Jahre waren der Höhepunkt seiner sportlichen Karriere. Mit dem Florett gewann er bei den Olympischen Spielen 1976 die Goldmedaille.

2013 wurde er zum Präsidenten des IOC gewählt.

Bis 2023 war Bach Mitglied der FDP.

Warum wird er nun so mit Ächtung gestraft, hat er doch immer das getan, was einen gewöhnlichen FDPler auszeichnet?

-Streben nach Maximalprofit

-Krachender Individualismus gegen alles und jeden

-Stets sich selbst der Nächste sein

Nun, er hat es gewagt, sich dem Konfrontationskurs des Westens nicht unterzuordnen. Allerdings nicht etwa getrieben von dem Wunsch nach Überwindung von Konflikten und Spaltung, eher von persönlichen Karriereinteressen.

Da waren zum Beispiel die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea. Beim Einlaufen ins Stadion liefen Athletinnen und Athleten aus der Republik Korea und der Demokratischen Volksrepublik Korea zusammen als Korea ein. Bach bejubelte das, und das reichte unserem Wertewesten schon, um Kritik an dem Funktionär zu üben.

Nach einem russischen Dopingskandal und erst recht nach dem Einstieg Russlands in den Krieg in der Ukraine wurde immer lauter gefordert, russische Athleten für die Olympischen Spiele zu sperren. Der IOC-Präsident kam dem nicht nach. Die Athleten mussten jedoch unter einer “neutralen” Flagge teilnehmen. Man stelle sich nun vor, dass die USA, Frankreich, Großbritannien oder Deutschland das hinnehmen müssten. Gründe, diese Länder zu sanktionieren, gäbe es genug, und die Liste wird länger und länger. Dass das passiert, bleibt allerdings unwahrscheinlich.

Die heftigsten Reaktionen rief aber wohl Bachs Engagement für die Olympischen Winterspiele in China 2022 hervor. Der Präsident hatte es doch tatsächlich gewagt sich für die Organisation der Spiele, bei den Veranstaltern und den Behörden der Volksrepublik zu bedanken und sich ausgesprochen positiv zu den Spielen zu äußern. Gleichzeitig ging er nicht auf die verlogene Menschrechtskampagne des Westens gegen China ein.

Das war zu viel. Man hat sich Sportler gesucht, die im Sinne der Herrschenden die “richtige” Haltung zu all dem haben, und hat an Bachs Legitimität gesägt, indem man ihn und jene Ereignisse durch mediales Feuer sturmreif schoss.

Das ganze Gezeter zeigt dabei wieder einmal deutlich eines: dass Sport nicht unpolitisch ist, egal wie oft es behauptet wird!

D. S.