Bergwerk im Trinkwasserschutzgebiet
Knauf plant das größte Gipsbergwerk Bayerns. Entstehen soll es im Landkreis Würzburg. Genauer, im unterfränkischen Altertheim.
Das Projekt und Diskussionen darüber gibt es schon seit 1997, als Knauf mit den ersten Planungen begonnen hatte. Es wurden Probebohrungen gemacht und Gutachten erstellt. Jetzt soll es konkret werden. Knauf will das Bergwerk. Ob Knauf die Genehmigung bekommt, hängt allerdings vom Bergamt Nordbayern ab.
Doch es regt sich Widerstand – von Umweltschützern, aber auch von der Trinkwasserversorgung Würzburg. Schon seit Monaten wird gestritten. Worum geht es dabei?
Das Bergwerk würde im Trinkwasserschutzgebiet liegen. Denn in Altertheim soll zugleich auch das zweitgrößte Trinkwasserschutzgebiet Bayerns entstehen. Von hier aus wird etwa die Hälfte der Würzburger Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt. Das sind rund 65.000 Menschen. Ziemlich viel auf einmal für die nur knapp 2.050 Einwohner kleine Gemeinde.
Wie üblich hat jede Seite ihre “Experten”, die weniger dazu dienen, der Bevölkerung Information und Expertise zu vermitteln, als den Kurs eines Vorhabens abzusichern und zu flankieren. Wir kennen das von den ganzen selbst ernannten “Faktencheckern” und den “Experten” aus bürgerlichen Politik-Talkshows, die uns einhämmern, was wir doch bitte gut zu finden und zu glauben haben.
Der Versorger befürchtet, dass Wasser in das Bergwerk eindringen und es zur Versorgungsknappheit kommen könnte. Bei den immer brutaleren Sommern ist das ein valider Punkt. Denn in der Region Mainfranken ist es häufig trocken. Das Wasser wurde knapp in den vergangenen Jahren. Noch dazu habe Knauf mit “gemittelten Werten” gerechnet, nicht mit Hitzesommern.
Wenig überraschend widerspricht Knauf und verweist auf abdichtende Erdschichten, auf die man bei Probebohrungen gestoßen sei. Nun, allerdings ist nur bei sieben der 19 Bohrungen ebendiese Schicht untersucht worden. Der Gutachter Knaufs spricht nur von einem Prozent des vorhandenen Grundwassers, das in das Bergwerk eindringen könnte – unter sehr ungünstigen Bedingungen.
Das Bergamt Nordbayern muss nun entscheiden, wie es weitergeht. Doch es muss auch Einwände berücksichtigen.
Mich interessiert unterdessen, wie viele Experten Knauf gekauft … ähm … beauftragt hat, um eine Untersuchung zu erarbeiten, bis ein Ergebnis im Sinne des Konzerns herauskam. Investiert wurden angeblich bereits Millionen in dieses Projekt. Auf jeden Fall geht es um viel Kohle bei dem Gips.
D. S.